George Braque „Früchte auf einem Tischtuch und Obstschale (Fruits sur une nappe et compotier)“, 1925

Centre Pompidou, Musée national d’art moderne I Centre de création industrielle, Paris

Will Grohmann und Georges Braque standen spätestens seit den 1920er Jahren in persönlichem Kontakt. 1929 verfasste Grohmann einen größeren „Cicerone“-Aufsatz über den neuen Formenkanon von Georges Braque, den er als die „tradition française“ schlechthin beschrieb. Grohmanns Aufsatz stellt den Beginn seiner intensiveren Auseinandersetzung mit den Schlüsselfiguren der modernen Kunst in Frankreich dar. Das Gemälde „Früchte auf einem Tischtuch und Obstschale“ („Fruits sur une nappe et compotier“), das sich ehemals in der Sammlung Reber in Lausanne befand, zählte der Kritiker zu den Werken „höchster Vollendung des Malerischen“ […], und beschreibt es als „das Importanteste der Reifezeit“ des Künstlers. Er vermittelte dem Leser seiner kunstkritischen Texte die Werke als Paradebeispiele eines spezifisch französischen Geistes, der die moderne Kunst maßgeblich geprägt hat.