Museumspädagogisches Programm

Das museumspädagogische Begleitprogramm bot ein breit gefächertes Vermittlungskonzept, welches in seiner Ausführung vielfältige Zielstellungen verfolgte.

Ein wesentliches Ziel war es, intergenerative Gruppen aus unterschiedlichen Bildungsinstitutionen zu einer Auseinandersetzung mit einem sehr spannungsgeladenen Zeitraum der deutsch-deutschen Kunst- und Kulturgeschichte anzuregen, der sich über 50 Jahre erstreckte, von der Kaiserzeit, der Weimarer Republik über das Dritte Reich bis hin zur deutschen Teilung und der Zeit des Kalten Krieges. Kontinuitäten und Brüche wurden sichtbar, komplexe Inhalte nach und nach erfahrbar, Interessen wurden geweckt, neue Zielgruppen angesprochen und der Dialog zwischen den Generationen nicht zuletzt auch im Rahmen der Nutzung der Medienangebote gefördert.

Die gewonnenen Erfahrungen aus dem vielfältigen und umfassenden Einsatz von Multimedia-Angeboten, die in dem oben beschriebenen studentischen Kooperationsprojekt mit Medieninformatikern der TU Dresden entwickelt wurden, werden wegweisend für weitere Ausstellungen sein, so dass in Zukunft die Möglichkeiten moderner Medien im Vermittlungsprozess an den SKD intensiver genutzt werden als bisher.

Neben thematischen und überblicksorientierten Führungen gab es zielgruppenspezifische Workshops und dialogorientierte Rundgänge mit den sog. „Live-Speakern“ durch die Ausstellung, die auch als Veranstaltungen der Seniorenakademie und als Lehrerfortbildungen angeboten wurden.



Individualbesucher, Touristen

Es wurden sowohl öffentliche als auch individuell zu buchende Führungen angeboten, geleitet von Kuratoren, Projektmitarbeitern und Studierenden der Kunstgeschichte aus den Will-Grohmann-Seminaren, die an den Universitäten Dresden und Leipzig angeboten wurden. Die Führungen konnten in Deutsch, Englisch, Französisch und auch in russischer Sprache gebucht werden.



Kinder und Jugendliche

Für Kinder und Jugendliche wurde ein spezielles und differenziertes Vermittlungsprogramm entwickelt. Durch die ästhetische Erfahrung im Rahmen von altersspezifisch konzipierten und museumspädagogisch geführten Ausstellungsrundgängen mit den Schwerpunkten SEHEN LERNEN - KUNST VERSTEHEN soll das ERLEBEN mit eigenem kreativen GESTALTEN verbunden werden. Ziel war es, über die eigenen Erfahrungen bei der kreativen Aktion einen intensiven Zugang zur Kunst zu schaffen und die Kinder und Jugendlichen mit unterschiedlichen Voraussetzungen auf sinnliche und spielerische Weise an die Ausstellung und an verschiedene Themen heranzuführen.



Workshops

  • „Farben sind die Freuden des Lebens“ (Ernst Ludwig Kirchner)
    Wie kann man sich in Bildern ausdrücken?
  • „Punkt und Linie zur Fläche“ (Wassily Kandinsky)
    Wie entstehen abstrakte Bilder?
  • „1945 wußte man in Deutschland nicht einmal, ob es noch Kunst gibt.“ (Will Grohmann)
    „Entartete Kunst“ und die Folgen.
  • „Ich muß gestehen, daß es nicht immer leicht ist, das Wesentliche von Wertlosem zu unterscheiden.“
    (Will Grohmann)
    Einführung in die Kunstkritik.
  • „Ich will nicht hübsch und lieblich tanzen“ (Gret Palucca)
    Bildgeschichten tanzen.


Thematische Führungen

  • „Wahrheit, Brüderlichkeit, Kunst“ – Die Dresdner Sezession Gruppe 1919.
  • Die „Allgemeine Deutsche Kunstausstellung Dresden 1946“.
  • Medieninformatiker begleiten Besucher durch die Ausstellung.
  • Skulpturen von Marcks bis Bill – Blindenführung.
  • Spezialseminar „KRITIK MACHT KUNST“ für das „10 plus 10-Projekt“ – 10 Studierende der Kunstgeschichte treffen auf 10 Kunststudenten und setzen sich kritisch mit deren Werken auseinander. http://10plus10.wordpress.com/about/
  • Spezialführung für ausländische Studenten der TU Dresden.


Überblicksorientierte Führungen

  • „Es ist nicht nur das Geheimnis des einzelnen Bildes, das uns beim Besuch einer Ausstellung erregt, es ist das Geheimnis des Zusammenhangs, der Folgerichtigkeit des Ganzen.“ (Will Grohmann)
    Rundgang durch die Ausstellung.
  • Kunstbetrachtung für Senioren.
  • Rundgänge – jeden Donnerstag und Samstag.

Die Bildungs- und Vermittlungsangebote orientierten sich an den Anforderungen, die in den Bildungsplänen für Kindergärten sowie in den Lehrplänen für die unterschiedlichen Schultypen (Grundschule, Förderschule, Mittelschule, Gymnasium, Berufsschule) und Klassenstufen formuliert sind. Hierzu wurde eine Lehrerweiterbildung angeboten. Darüber hinaus wurden Kooperationen mit einer 5. und 11. Klasse des St. Benno-Gymnasiums sowie mit der 12. Klasse der Waldorfschule Dresden abgeschlossen, deren Auseinandersetzung mit der Ausstellung in eine Schülerausstellung in den Staatlichen Kunstsammlungen mündet. (Eröffnung. 4. März 2013)

Alle Angebote luden zur Erkundung der Ausstellung ein und boten den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Dazu wurden auch die interaktiven Multimediabereiche einbezogen.



Familientag

Um einen Ausstellungsbesuch von Familien mit Kindern zu unterstützen, ist mit Projektmitarbeitern und mit Mitarbeitern der Museumspädagogik ein speziell für Familien zugeschnittenes Programmangebot entwickelt worden, das die Kinder gemeinsam mit den sie begleitenden Erwachsenen auch zusammen absolvieren konnten. Ziel war es, die Erwachsenen dazu anzuregen, gemeinsam mit Kindern im Alter zwischen 7 und 14 Jahren einzelne Objekte näher zu betrachten und in spielerischer Form auf Zusammenhänge oder historische Hintergründe hinzuweisen.



Programm - Familientag

Tanz – angeleitet von der Tanztherapeutin Cathleen Thiele

  • Spiel der Sinne (6– 8 Jahre)
  • Angeleiteter Tanz (9 –11 Jahre)
  • Improvisationstanz (11–14 Jahre)
  • Spiel der Sinne (6– 8 Jahre)

Museumsrallyes für Kinder (7–10 Jahre) und Jugendliche (11–14 Jahre).


Kreativstationen

  • Farben sammeln und musizieren
  • Abstrakte Bilder malen

Lesung von Texten Will Grohmanns zu Bildern in der Ausstellung


jede halbe Stunde „Live-Speaker“ in der Ausstellung