Inhalt der Ausstellung

Die künstlerischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts bedurften zu ihrer Etablierung kenntnisreicher, gut vernetzter Vermittler. Einer der einflussreichsten von ihnen war Will Grohmann. Wesentliche Museums- und Privatsammlungen wurden durch seine Beratung und seinen Einfluss geprägt. Auch seine eigene Sammlung widerspiegelt jenen Kanon der Moderne, an dessen Formulierung er einen wesentlichen Anteil hatte.

Zunächst von Dresden, ab 1948 von Berlin aus, knüpfte er ein weltweites „Netzwerk“, das er zur Förderung zahlreicher Künstler nutzte. Am Aufbau der Dresdner Sammlung zur Klassischen Moderne, die später durch die nationalsozialistische Aktion „Entartete Kunst“ fast vollständig verlorenen gegangen ist, war Grohmann maßgeblich beteiligt.

Die Liste der in der Ausstellung gezeigten Werke gleicht einem "Who Is Who" der modernen Kunst: Segall, Kirchner, Klee, Kandinsky, Feininger, Jawlensky, Schmidt-Rottluff, Schlemmer, Baumeister, Moore, Hartung, Nay, Bill, Wols, Richter und viele andere. Der Fokus lag dabei auf solchen Objekten, die inhaltlich für mehrere Bezugsebenen zu Grohmann stehen und entsprechend kommentiert und kontextualisiert wurden. So wurde durch diese Präsentation hochkarätiger Schlüsselwerke sowie zusätzlicher Informationen eben jenes kommunikative Netzwerk Grohmanns sichtbar, welches zur Akzeptanz der Avantgarden im Wesentlichen beigetragen hat und durch ihn entscheidend mitbestimmt wurde.

Die Ausstellung führte mehr als 200 über Europa, Nord- und Südamerika verstreute Kunstwerke in Dresden zusammen. Zum Teil waren sie seit ihrem Verlust in der NS-Aktion „Entartete Kunst“ erstmals wieder in Deutschland zu sehen.